Neue Niere für Shemina

Neue Niere für Shemina

Heute haben wir eine wunderbare Nachricht: Shemina Rose ist eine MIC Schülerin: ein junges Mädchen, deren Ausbildung im Rahmen unseres Programms „My Indian Child“ von einem Sponsor ermöglicht wird. Sie brauchte dringend eine neue Niere, die ihr ihre Mutter spenden konnte. Die Operation verlief sehr gut, und die junge Patientin samt Mutter sind beide wohlauf.

Viele andere Schüler*innen sowie Mitglieder des Samhathi-Indien-Teams sind für Shemina einige Tage lang in Läden und zu anderen ortsansässigen Unternehmen gegangen, haben ihren Fall geschildert und so 5000 Euro an Spenden aufbringen können.

26 der MIC Schüler*innen sind sogar für zwei Tage in drei verschiedene große Städte gegangen, um bei rund 1200 Länden um Unterstützung zu bitten. So kamen noch einmal 3800 Euro zusammen. Durch diesen solidarischen Einsatz und mit Unterstützung von Samhathi Indien konnte die Operation finanziert werden.

Spendenboxen für Samhathi

Spendenboxen für Samhathi

Im November 2019 starteten wir versuchsweise eine neue Aktion: In insgesamt vierzehn Geschäften und Apotheken in Landshut und Umgebung und auch darüber hinaus durften wir Spendenboxen aufstellen. Unter dem Namen CARE können Wechselgeld oder spontane Spenden eingeworfen werden. Dieses Geld kommt ohne Abzüge der Anschaffung von Essenspaketen für sehr bedürftige chronisch kranke Patienten in unserem CBPC Programm (Community Based Palliative Care) zugute.

Zu unserer großen Freude wurde diese Aktion sehr gut angenommen; bisher kamen Spenden von über 1700 Euro zusammen und werden jetzt zum Jahresende 2020 nach Kerala überwiesen.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Ladeninhaber*innen und Geschäftsführer*innen, die uns hier so aktiv unterstützen. Einige davon möchten wir hier nennen – es sind aber längst noch nicht alle!

Wer auch eine Sammelbox aufstellen möchte, kann sich gerne direkt bei Elmar Weber, dem Vorstand von Samhathi Deutschland, melden.

Elena Ehrle, St. Josefsapotheke Altdorf
Christian Baier, Zweiradsport Baier Kumhausen
Thomas Höllerer, Cosmasapotheke Kumhausen
Christina Betz, Bäckerei Betz Landshut
Rudolf Schneider, Weinhaus Deutter Landshut
Gunther Baumgartl, Print und Media Haus Landshut
Helmut Tamme, Nikola Buchhandlung Landshut


Samhathi COVID-19 Relief Work

Samhathi COVID-19 Relief Work

Auch in Kerala hat die COVID-19 Pandemie zu tiefen Einschnitten im alltäglichen Leben der Menschen geführt. Durch die notwendig verhängten Maßnahmen zur Kontrolle der Virusausbreitung verloren zahlreiche Menschen ihr Einkommen und fielen so von einer ohnehin schon schwierigen finanziellen Lage ausgehend in bedrohliche Armut. Die bestehenden staatlichen Hilfspakete sind noch immer nicht ausreichend, um die so entstandene Situation auszugleichen.

Samhathi Indien unterstützt, auch mithilfe von Spenden aus Deutschland, die betroffenen Familien v.a. durch Lebensmittelspenden und Hygieneartikel, um Hunger zu vermeiden und durch die Ermöglichung einer Basishygiene zur allgemeinen Anstrengung der Pandemiebekämpfung beizutragen.

Das „Jnanpeet“ Gebäude auf dem Gelände Samhathis (ehem. Mädchenheim, ca. 1200 qm) wird für eine weitere Verschärfung der Lage vorbereitet und könnte so im Notfall als Isolationszentrum dienen.

In Anbetracht der weiterhin steigenden Fallzahlen in Indien ist davon auszugehen, daß sich die schwierige Lage der Menschen in Kerala weiter verschlechtern wird. Selbst nach einem Ende der Pandemie wird es eine lange Zeit in Anspruch nehmen, um zur Normalität zurückzukehren. Hierbei sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen und für jede Hilfe dankbar!

 

 

Sensationelle Tombola für Indienprojekt Samhathi am Hans-Carossa-Gymnasium

Sensationelle Tombola für Indienprojekt Samhathi am Hans-Carossa-Gymnasium

Was als Notbehelf gedacht war erwies sich als toller Erfolg: Seit über 20 Jahren unterstützt das Hans-Carossa-Gymnasium die Entwicklungsorganisation „Samhathi“ im indischen Kerala. Da wegen der Coronamaßnahmen das traditionelle Sommerfest mit der Samhathi-Tombola ausfiel, kam Christine Baierer, die Leiterin der Samhathi AG, auf die Idee, den Schülern diese Lose – zusammen mit Informationen über das Hilfsprojekt – im Lauf der letzten Religionsstunden anzubieten. Mit jedem Los erwarb man zusätzlich ein „cooles Sportsackerl“. Die Idee kam sehr gut an und so konnten Lose im Wert von 1365 Euro verkauft werden. Durch großzügige Spenden der Abiturienten und der Lehrer wurde dieser Betrag sogar noch deutlich vergrößert.

Unter der Aufsicht der Schulleitung fand die Ziehung der Gewinner statt. Den Hauptpreis, ein Sportrad, gewann ein Mädchen aus der 5. Jahrgangsstufe. Elmar Weber, ehemaliger Lehrer am HCG und Vorsitzender von Samhathi Deutschland freut sich mit der Gewinnerin und ihren Eltern über diesen schönen Erfolg.

Samhathi Deutschland dankt auch allen Personen und Firmen, welche die Tombola durch Sachspenden unterstützten. Der Erlös geht zu 100% in die Unterstützung der Schulbildung und Ausbildung von Kindern aus armen Familien in den Fischerdörfern südlich von Cochin.

 

Interview mit Bismi Siyadh

Interview mit Bismi Siyadh

Bereits im April 2019 berichteten wir über die „Erfolgsgeschichte der Indischen Krankenschwester Bismi“. Nun traf sie Elmar Weber (Vorsitzender Samhathi Deutschland) und seine Frau Maria. Im folgenden Interview schildert sie ihren ganz persönlichen Werdegang:

Wie kamst du auf die Idee in Deutschland zu arbeiten?

Von meinen deutschen MIC Sponsoren erhielt ich öfter bunte Postkarten mit schönen Bildern. Das weckte mein Interesse für das Land. Nach meiner Ausbildung zur Krankenschwester entschloss ich mich hier zu arbeiten, da es erstens einen Pflegenotstand und damit sichere Arbeitsplätze gibt und man hier besser verdienen kann.

Welche Vorteile hat dieser bessere Verdienst für dich persönlich?

Zum einen kann ich mit dem Geld meine Mutter und zwei jüngere Geschwister unterstützen. Meinen Ausbildungskredit habe ich schon vor vier Wochen abbezahlt. Auch bleibt noch Geld übrig für das Sparkonto und eine „bessere Zukunft“, z. B. in einer eigenen Familie. Damit ist für mich zum anderen verbunden, dass ich hier ein selbständigeres, freieres Leben führen kann. Zu Hause würden Eltern, Geschwister, Verwandte, ja sogar Nachbarn alles besprechen, mitreden und mitentscheiden. Deshalb will ich auch nicht so bald heiraten.

Bevor du nach Deutschland kamst hattest du sicher Vorstellungen über das Leben hier. Was hat sich bestätigt, was nicht?

Die Winter im Odenwald sind wirklich kalt und in den Städten gibt es so viel Ausländer wie in den Deutschbüchern beschrieben. Meine Arbeit ist anders als erwartet, da sie viel mehr als in Indien pflegerische als medizinische Tätigkeiten hat. Daran mussten wir indischen Schwestern uns erst gewöhnen. Aber jetzt funktioniert es gut. Ich freue mich sehr, dass nicht nur ständig Brötchen gegessen werden, dass Gesetze z.B. die Straßenverkehrsordnung wirklich befolgt werden und dass die öffentlichen Verkehrsmittel bequem, zuverlässig und pünktlich also echt super sind. Viele sagten, dass  die Deutschen zuerst einmal eher kühl sein werden, aber ich habe das Gegenteil erlebt. Als wir neuen Schwestern vor einem Jahr am Frankfurter Flughafen ankamen wurden wir von der Leiterin der Klinik persönlich abgeholt, jede mit 200 Euro ausgestattet und zur Beschaffung von Winterkleidung in ein Kaufhaus begleitet. Auch übertraf die Unterbringung zusammen mit anderen Inderinnen in einer großzügigen Dienstwohnung völlig meine Erwartungen.

Welche Rolle spielte Samhathi für dich?

Für mich ist ganz klar, dass Samhathi die wichtigste Rolle in meinem Leben gespielt hat. Ich meine damit die finanzielle Förderung über so viele Jahre. Genauso wichtig ist die Motivation, Bildung, Hilfe und Beratung durch Father Jacob seit meinem 13. Lebensjahr. Ich vertraue ihm absolut. Sein umfassendes Wissen über Ausbildungsmöglichkeiten, seine Kontakte zu Schulen und Banken aber vor allem seine pädagogischen Fähigkeiten in der Beobachtung und Beratung der Kinder und Jugendlichen stehen für mich außer Zweifel.

Kannst du das etwas konkreter machen?

Während meiner Jahre im Mädchenheim Jnanpeet habe ich gelernt, rational begründete Entscheidungen zu treffen sowie eine begründete eigene Meinung zu haben und diese auch zu vertreten. Wir Mädchen lernten unsere eigenen Schwächen und Stärken zu erkennen, Konsequenzen daraus zu ziehen und Verantwortung zu übernehmen.  Bei allen Festen waren die Schülerinnen in verschiedenen Teams an der Organisation beteiligt und nach allen Feiern und auch den Fortbildungskursen wurden wir  aufgefordert, unsere Meinung und auch Kritik zu äußern und Verbesserungsvorschläge zu machen. Father Jacob nennt sein Programm „Freedom with responsibility“.  Das finde ich wunderbar und deshalb möchte ich Samhathi etwas zurückgeben, z. B. durch die Förderung einer Schülerin auf ihrem Ausbildungsweg.

Danke für das Gespräch und alles Gute für deine Zeit hier in Deutschland und danach.

Von links nach rechts: Elmar Weber, Bismi Siyadh, Maria Weber

Faktenbox

Name: Bismi Siyadh (25 Jahre)

Beruf: Krankenschwester

Arbeitsstelle: seit Oktober 2018 eine Reha-Klinik im Odenwald (Hessen)

Verbindung zu Samhathi:

– Ihre alleinerziehende Mutter mit 3 Kindern war im MIF Programm

– Im Alter von 13 bis 17 im Kinderheim Jnanpeet (MIC Programm)

– Förderung durch Study Fund in der vierjährigen Ausbildung zur Krankenschwester

– 11 Monate Deutschkurse am Goetheinstitut in Trivandrum (bis Stufe B2)

– 3 Jahre Betreuerin in Jnanpeet

Das neue Bildungsprojekt „My Indian Child“ (MIC)

Das neue Bildungsprojekt „My Indian Child“ (MIC)

Helfen Sie einem Kind aus armen Fischerfamilien in Kerala zu einer guten Ausbildung und einem selbstbestimmten Leben!

Seit den 90er Jahren unterstützt Samhathi bedürftige Kinder – vor allem Mädchen – im indischen Bundesstaat Kerala durch zusätzliche Bildungsangebote, Stipendien und Beratung bei Schul- und Berufswahl. Viele hundert Mädchen aus den Küstendörfern zwischen Cochin und Alappuzha erlangten hierdurch gute Abschlüsse und konnten Berufsziele realisieren, die für sie zuerst unerreichbar schienen.  Sie besuchten weiterführende Schulen, wurden beispielsweise Bauingenieurinnen, Lehrerinnen oder Krankenschwestern.

  1. Ziel:

In einem neuen Projekt will Samhathi diese Hilfe noch mehr Mädchen und Jungen in der Region zugänglich machen. Ziel ist nach wie vor den Kindern aus armen und ausgebeuteten Familien eine gute Ausbildung und dadurch ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu ermöglichen.

  1. Wie werden die Kinder unterstützt?
  • Hilfe zur Aufnahme in eine gute Schule;
  • Zur Verfügungstellung von Förderunterricht und Lehrmitteln;
  • Persönlichkeitsschulungen um mögliche Defizite an Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Motivation der Kinder aus den ärmsten Schichten auszugleichen;
  • Schulung ihrer Ressourcen und Fähigkeiten, um mit den Kindern aus höheren sozialen Schichten mithalten zu können;
  • Berufsberatung um die besten Ausbildungen und Berufsziele für sie zu identifizieren;
  • Unterstützung bei der Berufswahl in Indien nach Abschluss der Ausbildung.
  1. Auswahl der Kinder
  • Die Vorauswahl der Kinder erfolgt durch das gut etablierte Netzwerk von Selbsthilfegruppen (SHGs) in 95 Dörfern in den Bezirken von Alappuzha und Ernakulam im Staat Kerala.
  • Die Auswahl erfolgt in zwei Stufen:
  1. Samhathis Außendienst (Sozialarbeiterinnen und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen) identifizieren förderungswürdige Kinder, prüfen die Familiensituation und geben zusammen mit der Bewerbung der Familie eine Empfehlung an die Ausbildungsmanager/innen („ECL-Education“, „Career and Lifeline“ Manager) ab. Diese/r entscheidet nach einem Gespräch mit Eltern und Kind über die Aufnahme in das Programm;
  2. Danach wird für Samhathi Österreich und Deutschland ein Profil erstellt.
  1. Wie funktioniert die Förderung
  • Jeder Sponsor erhält das Profil eines Kindes und zahlt € 10 pro Kind und Monat (per Dauerauftrag);
  • Etwa €6 werden für Lernmaterial, Kleidung und andere persönliche Bedürfnisse verwendet;
  • Die restlichen €4 werden für Schulungen, Persönlichkeitstrainings und andere Förderungen für eine erfolgreiche Zukunft eingesetzt;
  • Zweimal im Jahr informiert Samhathi die Sponsoren über die Fortschritte des Kindes.

Wir von Samhathi Deutschland würden uns sehr freuen, wenn Sie durch Ihre Zusage einem weiteren Kind einen besseren Start ins Leben ermöglichen!

Danke!